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Was ist Leukopenie?

Was ist Leukopenie?

Leukopenie beschreibt die stark verminderte Anzahl von Blutteilchen. Die Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, dazu zählen die im Rückenmark gebildeten Granulozyten, sind die Immunabwehr im Körper. Sie entdecken und vernichten Krankheitserreger, die den Weg ins Blut gefunden haben. Weitere Bestandteile sind die Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, die die Sauerstoffversorgung aller Systeme im Körper gewährleisten und die Thrombozyten. Thrombozyten lagern sich an den verletzten Hautstellen an und verschorfen so die Wunde. Leukozytopenie oder kurz Leukopenie liegt dann vor, wenn die Anzahl der Leukozyten im Blut geringer ist als 4000 Stück pro Mikroliter Blut, Neutropenie im Falle eines Granulozytenmangels. Im Gegensatz dazu stehen die Thrombozytopenie und die Eosinophili, bei den entweder zu viele Thrombozyten oder zu viele Granulozyten gebildet werden.

Was sind die Ursachen für diesen Mangel an Leukozyten?

Kontamination mit radioaktiver Strahlung oder Umweltgiften, können die Produktion der Granulozyten verhindern, blockieren oder schlimmstenfalls sogar vorhandene Leukozyten zerstören. Eine medikamentös durchgeführte Chemotherapie führt häufig zu einer Leukopenie. Aber, auch andere medizinische Behandlungen können die Anzahl der Leukozyten senken.

Diese Medikamente rücken unter anderen in den kritischen Blick Leukopenie hervorzurufen:

  • Thiamazol, eingesetzt gegen Schilddrüsenüberfunktion
  • Rituximab, eingesetzt zur Rheumabehandlung
  • Zytostatika, eingesetzt in der Krebstherapie
  • Clozapin, ein Neuroleptika

Generell können auch Krankheiten die Anzahl der Leukozyten senken und somit zum Auslöser der Leukopenie werden.

Einige davon wären:

  • Infektionskrankheiten allgemein, im Speziellen, je länger die Infektion andauert
  • Myelofibrose, seltene chronische Knochenmarkserkrankung, bei der die Neubildung von Granulozyten nachlässt und schlimmstenfalls gänzlich zum Erliegen kommt.
  • aplastische Anämie, bei der das Knochenmark nur noch eingeschränkt Granulozyten produzieren kann
  • allergische Agranulozytose, wird auf Unverträglichkeit bestimmter Medikamente zurückgeführt, die die Produktionsfähigkeit von Granulozyten verhindert

Woran lässt sich Leukopenie erkennen?

Einige Auslöser können mittels großem Blutbild und anschließend mittels Untersuchung von Milz, Lymphknoten oder letztlich einer Knochenmarksbiopsie festgestellt werden.

Erste Symptome für eine vorliegende Leukopenie können sein:

  • Geschwüre, Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches
  • Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder häufige Hals-Rachen-Entzündungen
  • Furunkel oder Abszesse
  • Lymphknotenschwellung
  • häufiges Fieber

Wie wird Leukozytmangel behandelt?

Antibiotika wird verabreicht, um Infektanfälligkeit zu dämpfen, was dem Patienten im Vergleich zum sterilen Abschotten, seine Bewegungsfreiheit lässt. G-CSF, ein Granulozyten stimulierendes Mittel wird verabreicht, um die Produktion zu steigern. Neuere experimentelle Behandlungen versuchen mit Infusionen von Granulozytenkonzentrat, die Anzahl der Granulozyten zu steigern, der Wirksamkeitsbeweis steht noch aus.